VICTOR6G gestartet: Neues Forschungsprojekt für echtzeitfähige Virtualisierung in industriellen 6G-Netzen

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Ziele
Das neue Forschungsprojekt VICTOR6G hat im Januar 2026 seine Arbeit aufgenommen. In dem dreijährigen Vorhaben mit einem Gesamtbudget von 5,4 Millionen Euro (davon 4,3 Millionen Euro Fördermittel) arbeiten Industriepartner und Forschungseinrichtungen eng zusammen, um echtzeitfähige Virtualisierungslösungen für industrielle6G-Anwendungen zu entwickeln. Ziel ist eine integrierte Gesamtlösung aus drahtgebundenen und drahtlosen Netzen, die Anwendungen wie aus der lokalen Cloud gesteuerte Roboter oder inspektionsunterstützende Drohnen im Industrial Metaverse zuverlässig und mit niedrigen Latenzen betreiben kann.
Partner des Konsortiums sind Ericsson (Leitung), SEW‑EURODRIVE, Adaept Engineering, IKADO, Fraunhofer IPT, RWTH Aachen, TUDortmund, TU Dresden sowie assoziiert Airbus. Die Partner bringen Kompetenzenaus Telekommunikation, Maschinenbau und IT zusammen. Gefördert wird das Projektvom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) imRahmen der Förderrichtlinie „6G in die Anwendung bringen“.
Im Forschungsprojekt untersuchen die Partner künftige 6G‑Kommunikationsnetze für industrielle Anwendungen und entwickeln eine enge Verzahnung von Netz‑ und IT‑Technik mit den Anwendungen.
Kernbestandteile der Forschung sind:
· Digitale Zwillinge: Vernetzung von Anwendung und Kommunikationsnetz für präzise Echtzeit-Abbilder.
· Flexible Frequenznutzung: Dynamischer Einsatz verschiedener Frequenzbänder. Dabei steht erstmals auch das Zentimeterband zwischen 7 GHz und 15 GHz im Fokus, das voraussichtlich ab 2030 für Mobilfunkanwendungen teilweise verfügbar sein wird.
· TSN-Erweiterung: Drahtlose Erweiterung des TimeSensitive Networking, das bisher nur in kabelgebundenen Netzen eingesetzt wird.
Roboter, die aus der lokalen Cloud gesteuert werden und Inspektionsdrohnen, die ihre Berechnungen in die Cloud auslagern, sind Beispiele für solche industriellen Anwendungen. Alle betrachteten Lösungen müssen in Simulationen, Laborversuchen und in realen Umgebungen bei den Industriepartnern sowie am vom Fraunhofer IPT betriebenen 5G-Industry Campus Europe ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Somit wird auf der partnerspezifischen IT- Infrastruktur aufgesetzt, um die spätere Integration und Skalierbarkeit sicherzustellen.
Wichtig ist dabei nicht nur die Optimierung technischer Kennzahlen wie Latenz und Durchsatz, sondern auch die Ermittlung des wirtschaftlichen Nutzens anhand sogenannter Key Value Indicators (KVIs): Wie lassen sich durch Digitalisierung Kosten senken oder neue Einnahmequellen erschließen? VICTOR6G zielt darauf ab, einen deutlichen Mehrwert für die Industrie zu schaffen, und die Markteinführung neuer 6G-Technologien zu beschleunigen.
Links
Bekanntmachung Förderrichtlinie „6G in dieAnwendung bringen“
Über den Autor

Dr.-Ing. Arne Wall ist Forschungs- und Entwicklungsingenieur im Bereich Industrial Internet of Things (IIoT) und derzeit Mitbegründer und leitender Forschungsingenieur bei der Adaept Engineering GmbH. Er ist spezialisiert auf sichere Kommunikationsprotokolle und Systemarchitekturen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf OPC UA und anderen IoT-Technologien wie MQTT und CoAP. Dr. Wall hat wesentlich zur Entwicklung von Sicherheitsframeworks für intelligente Gebäudeautomationssysteme beigetragen. Er hat an der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik an der Universität Rostock promoviert, wo er sich in seiner Forschung auf die Verbesserung der Netzwerksicherheit in eingebetteten Systemen konzentrierte. Dr. Wall hat zahlreiche Beiträge auf IEEE- und ACM-Konferenzen veröffentlicht, in denen er seine Erkenntnisse zu Themen im Zusammenhang mit Sicherheitsmechanismen und IoT- Protokollinnovationen teilt.
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